Thomas Erich Killinger wurde 1957 in Köln geboren. Zur großen Freude seiner Eltern kam unmittelbar nach seiner Geburt auch sein Zwillingsbruder Martin zur Welt, so dass es an einem Spielkameraden nie mangelte. In der Folge gesellten sich noch ein Bruder und zwei Schwestern dazu; am Ende war man dann zu Fünft, ein fröhliches Team.
Schon mit den ersten Worten fingen die "Zwillinge" mit dem Singen an, das wurde nicht unwesentlich durch die musikalische Mutter und dem nicht weniger ambitionierten Vater gefördert und all abendlich vor dem zu Bett gehen ausgiebig geübt. Natürlich hat das in der Folge die Mehrstimmigkeit gefördert, nichts erschien langweiliger als immer die gleiche Stimme gemeinsam zu singen.
Irgendwann war da auch eine Blockflöte, eine Gitarre und dann endlich ein gebrauchtes Klavier. Noten waren für Thomas schon damals nicht wirklich wichtig, das Spielen, Improvisieren war viel entscheidender und die ersten Gehversuche mit kleineren Vertonungen von Gedichten endeten im Komponieren. Da war Thomas acht Jahre alt.

Natürlich wurde das ganze mit dem jeweiligen Unterricht unterstützt und so fuhr der kleine Dreikäsehoch schließlich mit der Straßenbahn einmal die Woche ins Konservatorium nach Mannheim über die große Rheinbrücke. Die Begabung wurde durch jährliche Stipendiate bescheinigt, aber die Schule, das wollte nicht so richtig klappen. Die Eltern hatten endlich Verstanden und mit zwölf Jahren durfte Thomas, das wünschte er sich tatsächlich, auf ein Musikinternat, die Laubacher Kantorei einem Knabenchor der Hessen-Nassauischen, evangelischen Kirche. Bis zum Abitur wurde hier professionell gesungen, Musiktheorie, Trompete und Orgel geübt und allerlei andere wichtige auch musikalische Fertigkeiten gefördert. Thomas war als Chorpräfekt nicht nur sein eigener Taschengeldgeber, sondern übernahm schon damals gerne Verantwortungen.

Nach dem Abitur wollte Thomas natürlich unbedingt Musik (Kapellmeister und Komposition) studieren, aber die sehr ernstgemeinten Ratschläge etwas "Vernünftiges" zu lernen führten nach der Marine zu einem wenig erfolgreichen Jurastudium in Mannheim. Trotzdem und viel lieber machte er weiter Musik und spielte in verschiedenen Bands, von der Tanzmusik bis hin zum Jazz und schließlich versuchte er sich auch im Schlagerbusiness (mit Plattenvertrag), aber das Tingeln durch Discos und andere Etablissements war ihm zu einseitig und fremd bestimmt. Die Musikhochschule in Mannheim-Heidelberg lockte da viel mehr. Schließlich, an einem kalten Februartag, hatte dann der Liebe Gott ein Einsehen und ganz wundersam kam Thomas durch die tätige Mithilfe von Prof. Charles B. Axton an das Pfalztheater in Kaiserslautern. Er wurde engagiert als Tony in der West Side Story (Leonhard Bernstein). Thomas hatte sein "zu Hause" gefunden, das Theater.

Ausbildungen, Workshops in Hamburg, Heidelberg oder London komplettierten dann in der Folge eine Ausbildung zu einem Künstler, der in zahlreichen Musicals und Theaterstücken auf der Bühne stand. Stationen waren da beispielsweise das Alte Schauspielhaus Stuttgart und die Komödie im Marquard, die Kammerspiele in Berlin, das E.T.A. Hoffmanntheater, Bamberg, die Staatsoper Hannover, das Staatstheater Kassel, die Komödie Max II und die Komödie im Bayrischen Hof, München, das Fritz Rémond Theater im Zoo, Frankfurt, Theater Oberhausen, Hamburg, Lüneburg uvm. Endlich landete er in München und lernte die vielseitigen Theaterfrauen und Autorinnen Maria Caleita und Ellen Schwiers kennen. Diese beiden Frauen, mit der Verlegerin Helga Baumgarten aus Hamburg zusammen, bestimmten und förderten über viele Jahre die künstlerischen Aktivitäten von Thomas. In dieser Zeit, von 1986 ab, entdeckte Thomas wieder seine alten Begabungen, das Komponieren und die musikalische Leitung. Jetzt entstanden Werke wie Quasimodo und andere. Er komponierte und arrangierte Musicals, Bühnenmusiken aber auch Fernseh-, Werbe- und Popmusik. Er arbeitete mit Künstlern wie Heidi Brühl, Mark Marshall, Annette Mayer, Hanna Hegerova, Katharina Jacob, Raimund Harmstorf, Gerhard Lippert, Irene Mann und vielen anderen zusammen. Schließlich wurde er dann der exklusive Komponist der Burgfestspiele in Jagsthausen, bis zum heutigen Tag, und wurde von dort 1994 nach Los Angeles zur California Repertoire Company engagiert. Er spielte die Hauptrolle, Plumer Schippel im Bürger Schippel von Sternheim in der amerikanischen Erstaufführung und zeichnete für die musikalische Leitung und Arrangements. Als musikalischer Chef am Stadttheater Baden Baden rundete sich seine bis Ende des letzten Millennium führende Biographie. Mittlerweile hatte er auch geheiratet und seine entzückende, kleine Tochter Freya-Frances war sein ganzer Stolz. Freya starb am 23. August 2000 durch einen tragischen Unfall. Dieser heftige, schmerzhafte Einschnitt führte in der Folge zu einer künstlerischen Neuordnung. Thomas erinnerte sich alter Lieben, wie dem Schreiben von Lyrics oder der Kirchenmusik, und dann 24 Stunden vor Kriegsbeginn im Irak 2003 vollendete er sein erstes Oratorium, Den Namen Mensch tragen. Auch entdeckte er ein neues, altes Feld, das Produzieren von jungen, ambitionierten Künstlern im Popbereich.

Heute spielt sich sein Leben nach wie vor, vorzugsweise, in seinem "zu Hause" dem Theater ab, aber wichtige neue Impulse sind durch die Vielschichtigkeit von Musik und Sprache gegeben und werden gelebt.


Preise:

Inthega Preise für

Macbeth 86/87

3. Preis
Quasimodo 89/90

1. Preis
Mutter Courage und ihre Kinder 92/93

2. Preis
Was ihr wollt 94/95

1. Preis
Mutter Courage und ihre Kinder 99/00

1. Preis
Der Wiederspenstigen Zähmung 00/01

1. Preis
Viel Lärm um Nichts 04/05
3. Preis


Best Newcomer Klassik 2008
1. Preis der 21. Goldenen Künstler Gala


Fratelli Project Logo

(Debütalbum „Romanza“) 08
1. Preis




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